
Eine Veranstaltung der AsF im Rahmen der Aktionswoche zum Internationalen Frauentag.

Eine Veranstaltung der AsF im Rahmen der Aktionswoche zum Internationalen Frauentag.
Amalie Struve (1824-1862) ist Revolutionärin der Märzrevolution von 1848/49, frühe Frauenrechtlerin und Ehefrau von Gustav Struve, mit dem sie 1852 nach Amerika auswanderte. Die Akte des Großherzoglich Badischen Untersuchungsgerichts in Freiburg aus dem Jahre 1848 zeigt, dass sie eine aktive Rolle gespielt hat und dass ihre Verurteilung zur Haft im „Freiburger Turm“ für 205 Tage führte.

Sie war eine hübsche junge Frau. Sie hatte Zahnschmerzen und wurde unsachgemäß behandelt, war hinterher erheblich entstellt. Die Akten über diesen Kunstfehlerprozess mit Bildern vor und nach der Behandlung, incl. des Zahnes (sic!), sind im Staatsarchiv aufbewahrt.
Frau Franziska Maier aus Oberkirch, die wegen Bettelei angeklagt wurde ist aktenkundig geworden und die Unterlagen zeigen die zu jener Zeit, Mitte des 19. Jahrhunderts, übliche Praxis im Umgang mit unerwünschten Personen: Die Gemeinde hat Franziska die Überfahrt nach Amerika bezahlt. Die Auswanderungsakte ist in Freiburg einsehbar.
Die Entnazifizierungsakte der Filmemacherin Leni Riefenstahl aus dem Jahre 1952 ist in Freiburg einzusehen, weil sie in der Nachkriegszeit eine Weile in Breisach wohnte.
Der Leiter des Staatsarchivs in Freiburg, Dr. Kurt Hochstuhl, hat eindrucksvoll die Bedeutung und Aufgabenstellung des Archivs referiert. Er hat die Spuren von Frauen in der Geschichte aus unserer Region aufgezeigt und „sie als Subjekte und Objekte dieser Geschichte“ vorgestellt. 
Das Bild zeigt ihn vor ca. 6 bis 8 Meter Akten. Das Landesarchiv verwahrt in seinen Magazinen rund 136 Regalkilometer solcher Akten und Bände, 310.000 Urkunden sowie 330.000 Karten und Pläne.
Es war ein spannender Nachmittag in einer für die Mehrzahl der Anwesenden bislang unbekannten Behörde mitten in Freiburg.
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